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Hintergrund

In der Schweiz gibt es rund 2000 aktiv genutzte und ca. 4000 stillgelegte Kugelfänge. Ein Kugelfang enthält typischerweise mehrere Tonnen Blei und einige Hundert Kilogramm sehr giftiges Antimon. Diese Schadstoffe werden von der Natur nicht abgebaut sondern im Laufe der Zeit durch Wasser und Wind immer stärker im Untergrund und in der Umgebung verteilt.

Mittelfristig werden praktisch alle Kugelfänge saniert werden müssen. Das Ziel und die Frist einer Sanierung werden vom zuständigen Kanton aufgrund des betroffenen Schutzgutes (Grundwasser, Oberflächengewässer oder Boden) und der Zoneneinteilung des Areals (z.B. Landwirtschaftszone) verfügt.

Dabei muss bei 300m-Anlagen erfahrungsgemäss mit Kosten von mindestens CHF 20‘000.-- pro Scheibe gerechnet werden. Für Gemeinden lohnt es sich deshalb, sich rechtzeitig Gedanken über die Sanierung ihrer Schiessanlagen zu machen.

Der Bund beteiligt sich unter gewissen Voraussetzungen aus dem VASA-Fonds mit CHF 8‘000.-- pro Scheibe (300m-Anlagen) bzw. 40% der anrechenbaren Kosten (restliche Anlagen) an der Sanierung.

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung und unserer Unabhängigkeit können wir betroffene Gemeinden bei der Untersuchung und Sanierung optimal unterstützen.



Untersuchung

Im Hinblick auf eine Sanierung ist es meist sinnvoll, das Ausmass der Bleibelastung mittels XRF-Messungen zu ermitteln. Dies ist besonders dann der Fall, wenn der Verdacht besteht, dass in der Vergangenheit Erdmaterial aus dem Kugelfang umgelagert oder verstossen wurde oder die Anlage sehr alt ist. Aber auch für die Budgetierung einer Sanierung haben Kenntnisse über die zu erwartenden Mengen an belastetem Aushub eine grosse Bedeutung.

Bei der Untersuchung von Schiessanlagen arbeiten wir normalerweise mit einem Geologie- oder Ingenieurbüro zusammen. Wir führen die Messungen durch und liefern die aufbereiteten Messwerte und die Koordinaten der Messpunkte an unsere Partner. Unsere Partner erstellen dann einen Untersuchungsbericht und darauf basierend ein Sanierungskonzept.

Die Untersuchung von Schiessanlagen mit einem mobilen XRF bietet zwei wesentliche Vorteile. Erstens kann eine Vielzahl von Messungen innerhalb kurzer Zeit und vergleichsweise günstig durchgeführt werden. Nur mit einer grossen Zahl an Messpunkten lässt sich die häufig sehr inhomogene Schadstoffverteilung auf Schiessanlagen überhaupt vernünftig erfassen. Zweitens liegen die Messwerte unmittelbar vor, so dass direkt auf der Schiessanlage entschieden werden kann, wenn zusätzliche Messungen oder Proben nötig sind.



Sanierung

Bei der Sanierung eines Kugelfangs sind verschiedene Ziele zu beachten:

  • Das Sanierungsziel muss erreicht werden:
    Es muss sichergestellt werden, dass alles Erdreich entfernt wird, welches stärker als im Sanierungsziel definiert mit Blei belastet ist.

  • Der Aushub muss gesetzeskonform entsorgt werden:
    Je nach Bleibelastung sind für den Aushub verschiedene Entsorgungswege vorgeschrieben (Bodenwäsche, und unterschiedliche Deponietypen).

  • Keine unnötigen Kosten:
    Die Entsorgung des verschmutzten Aushubs ist sehr teuer. Es muss deshalb darauf geachtet werden, dass nur soviel Aushub wie nötig entsorgt wird.

Um diese drei Ziele zu erreichen, sind während der Sanierung laufend Bleimessungen nötig. Durch den Einsatz eines mobilen Röntgenfluoreszenzspektrometers (XRF) können wir diese Messungen schnell und vergleichsweise kostengünstig durchführen.

Während der Sanierung arbeitet unser Mitarbeiter (Triageur) eng mit dem Baggerführer zusammen. Das Erdreich wird schichtweise abgetragen, wobei nach jeder Schicht gemessen wird, ob das Sanierungsziel bzw. das Zwischenziel (Grenze der verschiedenen Entsorgungskategorien) bereits erreicht ist.

Normalerweise koordiniert der Triageur während der Sanierung auch den Abtransport des Aushubs. Damit der verschmutzt Aushub auf der Strasse transportiert werden darf, braucht es VeVA-Begleitscheine. Daneben sind häufig weitere Formulare des Entsorgungs- oder Transportunternehms auszufüllen.

Nachdem das Sanierungsziel erreicht ist, führen wir Kontrollmessungen durch. Die auf einer Karte festgehaltenen Messwerte sind nötig, um gegenüber Bund und Kanton den Erfolg der Sanierung zu belegen. Falls von entsprechenden Kanton vorgeschrieben, entnehmen wir zudem Bodenproben und lassen sie in einem akkreditierten Labor analysieren.

Nach Abschluss der Sanierung übergeben wir die Unterlagen (Kontrollmessungen und Transport-Begleitscheine) an das beteiligte Geologie- oder Ingenieurbüro, welches dann den Sanierungsbericht erstellt. Auf dieser Basis kann der Kanton beim Bund dann die Auszahlung der VASA-Gelder (Kostenbeteiligung des Bundes) beantragen.

xeiro ag